Männliche Rollenbilder

8. April 2019

Wann ist Mann ein Mann?

 

Für jeden Mann ist Männlichkeit etwas anderes. Was ist es für dich? Hier eine unvollständige Auswahl an männlichen Rollenbildern.

 

Peter A. Schröter: Mannsein ist weder aggressives Barbarentum noch unterwürfige Anpassung. Mannsein bedeutet die Entwicklung von innerer Stärke, Verantwortungsbewusstsein und reifer Liebesfähigkeit.

 

Anatomische Definition: Das Männliche penetriert, das weibliche empfängt.

 

James O'Neil: 1. no sissy stuff (nichts weibisches) 2. big wheels (Erfolg) 3. sturdy oak (standhaftigkeit) 4. givem hell (agressiv, heftig, wild)

 

Robert Connell: Männlichkeit ist eine Position im Geschlechterverhältnis

 

Walter Hollenstein: 

1. Für sich selber: Reflexion, Selbstkritik, Introspektion, Spass an der eigenen Entwicklung und Veränderung, Lebensfreude, Flexibilität, Selbstverwirklichung.

2. Für den Kontakt mit Frauen: Partnerschaft, Liebe und Leidenschaft, Empathie, Mitverantwortung in Beziehung und Haushalt.

3. Für die Kinder: Präsenz, Engagement, Dialog, Verantwortung, Vorbild, Auseinandersetzung und Verbundenheit.

4. Für andere Männer:  Freundschaft, Kollegialität, Kritik und Selbstkritik, Offenheit und Hilfsbereitschaft. 

 

Helmut Bartz: Das Männliche ist unterscheidend, planend und aggressiv. Es sei nicht durch natürlichen Rhythmus und Wandel bestimmt, sondern erstrebe aktiv herbeigeführte und notfalls erzwungene Veränderungen.  

 


Oh Mann! Männlichkeit in der Krise?

29. Januar 2019 

Der Club SRF

 

«Sei ein Mann» - jeder Bub weiss, was dies bedeutet. Und doch ist heute nicht mehr klar, wie ein richtiger Mann sein soll. Sein Selbstbild zerfällt. Ist er Retter oder Versteher, Macho oder Softie? Welche Rolle bleibt dem Mann?

 

Wie emotionsgeladen die Debatte um männliches Rollenverständnis ist, zeigen die Reaktionen auf den neuen Werbespot des Rasierklingenherstellers Gillette. Der Spot fordert Männer dazu auf, bessere Menschen zu sein. 25 Millionen Mal wurde er angeklickt, in den Sozialen Medien tobt ein Shitstorm. Viele Männer werten den Werbefilm als pauschalen Angriff auf ihr Geschlecht und rufen zum Boykott der Marke auf.

Denn echte Männer zeigen keine Schwäche, suchen das Abenteuer, das Risiko, die Dominanz. Dieses traditionelle Männlichkeitsbild mache krank, impfen ihm jetzt Psychologen ein. Männer begehen häufiger Suizid, sind suchtgefährdeter, vereinsamen. Toxische Männlichkeit heisst das schädliche Verhalten. Nun soll der Kerl, der im Unterhemd grilliert, aus dem Sumpf seiner giftigen Männlichkeit gezogen werden.

Längst hat der Feminismus alte Geschlechterrollen aufgebrochen. Die Diskussion schwankt zwischen Extremen. Hier der softe Frauenversteher, dort der stahlharte Macker. In der Politik gehört den männlichen Archetypen noch die Macht. Auch wegen ihres plakativ männlichen Rollenverständnisses punkten Trump, Bolsonaro und Putin an den Wahlurnen.

Wie schlimm steht es tatsächlich um den Mann? Und welche Art von Männlichkeit ist heute gefragt?

Bei Barbara Lüthi diskutieren u.a.:

 

René Schudel, Fernsehkoch und Kochbuchautor
Patrick Frey, Schauspieler und Kabarettist
Toni Bortoluzzi, alt-Nationalrat SVP
Marco Caimi, Männerarzt, Coach
Walter Hollstein, Soziologe
Markus Theunert, Männerberater, Leiter Fachstelle «maenner.ch», Psychologe

https://www.srf.ch/sendungen/club/oh-mann-maennlichkeit-in-der-krise